Zwischen den Jahren

Wenn ich ein Gedicht oder ein Lied schreibe, fängt es oft mit einer interessanten Redewendung an. So war es in diesem Fall – der Ausdruck „zwischen den Jahren“ hat etwas Magisches und Geheimnisvolles, finde ich. Wie eine geheime Welt hinterm Kleiderschrank, geschenkte Zeit, die es nicht wirklich gibt. Im Englischen gibt es nichts Vergleichbares – von daher hat es mich gleich fasziniert. Und als ich damals mit dem Spruch im Kopf gespielt habe, kam Folgendes (mein erstes deutsches Gedicht!) bei raus:

Zwischen den Jahren
Jane Eggers, Dezember 2010

Ich lass‘ die Familie, fröhlich und heiter
Am Frühstückstisch sitzen – nur ich muss jetzt weiter.
Die Straßen sind eisig, B3 kaum befahren,
Wer will schon zur Arbeit, zwischen den Jahren?

Nur leere Räume, kaum Lichter an,
Beim Kaffeeholen komm‘ ich immer gleich ‚ran.
Zum Schwätzen kein Mensch, keine Mittagszeitscharen,
Ja ich sitze allein hier, zwischen den Jahren.

Doch genug vom Geplärre – ich glaube, das reicht,
Denn Papa zu Hause hat’s wirklich nicht leicht:
Beim Nachwuchsjonglieren die Ruhe bewahren,
Während ich sitz‘ und dichte, zwischen den Jahren.

Von |2018-05-21T18:33:52+00:0028. Dezember 2017|Kategorien: Poems and Lyrics|0 Comments

Über die Autorin:

German to English translator specialising in IT texts and personal branding.

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