Netzwerken für Introvertierte (und andere)

Ich heiße Jane und ich bin Introvertierte! Mir macht es nicht immer Spaß, in großen Gruppen unterwegs zu sein, aber man kann auch auf andere Art netzwerken. Hier ein paar Gedanken dazu:

1. Netzwerke so, wie es für dich passt

Wenn dir nicht danach ist, musst du nicht auf Netzwerkveranstaltungen gehen. Ich mache sehr gern 1:1 Netzwerken zB bei einem Kaffee. Da kommt man auf andere Art ins Gespräch. Ich bin in einem Übersetzerverband, und anfangs habe ich nachgeschaut, wer aus dem Verband in meiner Nähe ist, und habe sie (einzeln) zum Kaffee eingeladen. Wenn du in einer Online-Business-Gruppe bist, könntest du herausfinden, ob es jemanden dort gibt, der bei dir in der Nähe wohnt und ein Treffen “in Echt” vorschlagen.

2. Nehme im voraus Kontakt auf

Wenn du vor hast, zu einer Netzwerkveranstaltung zu gehen, finde wenn möglich heraus, wer noch dabei sein wird und nehme vorher Kontakt auf. Ich war einmal auf einer Veranstaltung, die via Xing organisiert wurde. Ich habe im Voraus jedem Teilnehmer einzeln eine kurze, freundliche Nachricht geschickt und habe erzählt, dass wir auf dieselbe Veranstaltung gehen. Hat prima funktioniert – bei der Veranstaltung kamen dann viele einfach auf mich zu und sagten „du bist doch diejenige, die mir geschrieben hat“. So kamen wir gleich ins Gespräch. Auch wenn ich auf Lovely Business Lady-Treffen gehe, habe ich gleich das Gefühl, ich habe mit den anderen Teilnehmern etwas gemeinsam, da wir uns schon in der Gruppe ausgetauscht haben.

3. Lege den Fokus auf etwas anderes als das Netzwerken

Gehe zur Abwechslung nicht auf eine klassische Veranstaltung, sondern irgendwohin, wo man zusammen etwas lernt oder erlebt. (zB Workshop, Vortrag). Erstens hast du den Vorteil, dass die anderen Teilnehmer vermutlich ähnliche Interessen haben wie du, und zweitens kommt man beim gemeinsamen „Tun“ leichter ins Gespräch. Der Fokus liegt nicht mehr auf dem Netzwerken an sich. Ich war einmal auf einer Netzwerkveranstaltung, wo wir zusammen gekocht haben. War super. „Walk&Talk-Netzwerken“ – am besten bei einem gemeinsamen Spaziergang im Wald! – kann ich auch empfehlen.

4. Bleibe im Gedächtnis

Trage irgendwas, was auffällt. Eine Übersetzer-Kollegin von mir sagt immer, man soll bei Netzwerkveranstaltungen immer pinkfarbene Schuhe anziehen! Ich habe auch mal eine Köchin auf einer Veranstaltung kennengelernt, die ihre Haare mit einem Holzlöffel hochgesteckt hatte. Es sah cool aus, man hatte gleich Gesprächsstoff (sie wurde immer darauf angesprochen), und sie bleibt mir immer noch in Erinnerung.  Ich gebe es zu, „trage irgendwas, was auffällt“ hört sich vielleicht nicht introvertiert an, aber mir persönlich würde es zum Beispiel viel leichter fallen, als Fremden anzusprechen.

5. Bereite dich vor

Finde möglichst viel über den Ablauf heraus. Wirst du dich vorstellen müssen? Gibt es einen Vortrag? Andere festgelegte Programmpunkte? Gibt es davor und/oder danach Zeit zum Netzwerken? Sitzen wir am Tisch oder kann man sich frei bewegen?

Falls es eine Vorstellungsrunde gibt: Wieviel Zeit steht dir zur Verfügung? Plane im Voraus, was du sagen willst. Schreibe einen Text, poliere ihn und lerne ihn auswendig. Übe mit der Stoppuhr. Anfangs fand ich das sehr hilfreich.

6. Betrachte das Netzwerken einfach als eine Gelegenheit, neue, freundliche Leute kennenzulernen

Vergiss nicht: Das sind nur Menschen! Am besten gehst du gar nicht erst rein mit dem Wunsch, über dein Business zu erzählen, sondern versucht neugierig zu sein und einfach neue Leute kennenzurlernen. Habe keine Angst, „banale“ Fragen zu stellen – „Wie fanden Sie den Vortrag?“ „Mensch, dieser  Raum ist toll, waren Sie schon mal da?“ „Ich muss sagen, diese Schokokekse sind total lecker – möchten Sie auch einen?“ Vielleicht ist dein Gegenüber auch froh, dass du den ersten Schritt gewagt hast.

7. Denke nicht zu viel nach – fange einfach an

Beim Reden nicht zu lange warten. Bei mir hilft es, wenn ich gleich loslege, ohne lange zu überlegen. Auch wenn ich einfach sage „Hi, wir kennen uns noch nicht, ich bin Jane“. Wenn ich zulange warte und evt. im Kopf einen Dialog mit mir selber anfange – wie blöd du doch bist und jetzt sag doch endlich mal was – wird es nur noch schlimmer.

8. Merke, was dir gut tut

Wenn du merkst, dein Introvertierenherz hat genug gehabt, ist es ok zu gehen. Nur du kannst wissen, was dir gut tut und was nicht.

Von |2019-02-04T18:42:54+02:0004. Februar 2019|Kategorien: Unkategorisiert|0 Comments

Über die Autorin:

German to English translator specialising in IT texts and personal branding.

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